Felicitas: Eine badische oder unsymbadische Person?

Guten Tag Ihr Lieben,

hier kommt, wie ich es versprochen hatte, ein kurzes Porträt von Felicitas. Am Besten ist ein kurzes Porträt möglich, wenn ich einfach so erzähle, wie mir Felicitas begegnet ist. Was Felicitas erlebt, steht im Buch. Das muss hier also nicht mehr beschrieben werden.

Mit dem folgenden Lied fing alles an:

https://www.youtube.com/watch?v=rftpGOsz6Us. Die Aufnahme, die Ihr unter dem genannten Link findet, ist nicht besonders gut, vermittelt aber hoffentlich doch allen, die die Sängerin noch nicht kennen, einen guten Eindruck von der Wärme und Kraft dieser tiefen aber doch sehr weiblichen Stimme. Und ich hoffe, Ihr habt zumindest eine Ahnung davon, warum Felicitas, viele Menschen in Südamerika und der ganzen Welt so fasziniert von ihrem Gesang sind. Über die Sängerin selbst findet Ihr bereits einen Artikel in diesem Blog: https://felicitasblogblog.wordpress.com/2016/07/09/mercedes-sosa-wie-vogel-in-der-luft/.

Wann es geschah, weiß ich nicht mehr. Sie war einfach da, Die Felicitas, groß, dunkel und mit einer Stimme, die derjenigen von der Stimme Lateinamerikas nicht unähnlich ist. Musik inspiriert mich. Aber ich schreibe nie beim Musikhören. Da saß ich also und Felicitas stand in der Tür meines Wohnzimmers. Diese erste Begegnung war ähnlich wie die Begegnung von Tamara Sänft und Felicitas im ersten Kapitel des Felicitasprojekts. Es war ähnlich aber nicht gleich. Ich bin nicht so neugierig wie Tamara Sänft. Wie pflegte meine Mutter zu sagen: „Du bist nicht neugierig. Du hast Wissensdurst!“ 😉 Und aus diesem Grund konnte sich Felicitas in aller Ruhe neben mich auf mein Dreiersofa setzen. Das schwarze Ledersofa habe ich auch in unser neues Haus mitgenommen, sitze immer noch gerne darauf, setze mir den Kopfhörer auf, höre Musik von Mercedes Sosa und höre Szenen aus Felicitas’ Leben zu.

Irgendwann schalte ich die Musik aus und nehme den Kopfhörer ab. Manchmal dauert es dann eine gewisse Zeit, bis ich zum Schreibtisch gehe und die Szenen, die mir Felicitas gezeigt hat, niederschreibe. Wenn mich der Hafer sticht, wenn ich den Ton nicht treffe oder mich mit den visuellen Aspekten vergreife, während ich in die Tasten greife, dann widerspricht mir Felicitas in ihrer ruhigen, ja sogar spröden Art.
Aber wie kann man Felicitas einfach und genau beschreiben. Sie selbst bezichtigt sich der Pedanterie, womit sie ihrer Liebe zu den Fremdworten frönt. Sie arbeitet sich an ihren Erlebnissen, Gedanken, Erinnerungen und Gefühlen ab, so wie das alles gerade kommt und geht. Da sie mehr erlebt, fühlt, erinnert und zu denken hat als die meisten Menschen überhaupt und erst recht in ihrem Alter, muss trotz dieser genauen Vorgehensweise vieles auf der Strecke bleiben. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Felicias wird noch viel zu tun haben, zum Beispiel mit der Trauer um Terry.

Ihre Art sich mit allem, was sie umgibt und sich in ihr abspielt zu befassen, ist nicht nur ein Zeichen für das, was Senta die Ältere über Felicitas sagt, dass sie nicht ist, wie ein zwölfjähriges Mädchen. Sie ist frühreif bis hin zu einer art Alterslosigkeit, mit der nicht nur die Menschen in ihrer Umgebung nicht umgehen können. Diese Art ist unangenehm, manchen sogar unsympathisch. Und doch bin ich nicht die Einzige, die sie von Herzen liebt. Das ist auch deshalb so, weil sie von Herzen lieben und sich freuen kann. Und wer jedermanns Liebling sein will, wird doch nur jedermanns Arsch!“ Ihre Wachheit und die Fähigkeit sich einlassen zu können, konfrontiert jeden Menschen in ihrer Umgebung mit seinen besten und problematischsten Eigenschaften. Das macht keinen Spaß, gerade auch Felicitas nicht. Das gibt ja noch mehr zu fühlen und zu denken!

So altklug sie auch wirken mag, ihre Art sich dem Fluss der Schreibbewegung und ihrem Gedankenstrom zu überlassen, erdet Felicitas, lässt sie den Entschluss fassen so lange und so gut wie möglich zu überleben. Sie ist, wie ich es sagen würde, zum Überleben designed. Dass es nichts gibt, was einen immerwährenden Schutz gegen alles bietet, weiß sie. Das ist aber nicht so schlimm wie die Einsicht niemanden, den man liebt, absolut schützen zu können.

Aber es ist auch wie Willem sagt. Felicitas trägt ihren Namen zu recht. Das Glück ist ih ihrem Leben verankert, da sie glücksfähig ist. Mit Huskuk unterwegs sein, ist Glück. Mit Gretchen, den beiden Sentas, Lenchen etc. zusammen sein zu dürfen, ist Glück. Glück stein ruhiger Morgen, leckeres Essen, schreiben, lesen, mit den Händen etwas tun, Musik, der Poncho, Salvadoras Gegenwart und vieles mehr.

Man könnte meinen, dass jemand, der ein fast perfekter Spiegel für andere Menschen ist, selbst gut gespiegelt wird. Abe so ist es nicht. Felicitas muss mit all ihren Fähigkeiten um ihre menschliche Existenz kämpfen, da sie sich oft wie ein Ding fühlt, wie ein Ding gesehen und behandelt wird. Man kann es wohl am ehesten so beschreiben, dass Felicitas durch die Herausforderungen ihres Lebens über die Grenzen der Fähigkeit des menschlichen Spiegelns gezogen wird und damit wie Wand- und Handspiegel als Ding spiegelt. Manchmal helfen ihr liebe Menschen wie ihre Patinnen dabei, dass es anders ist. Aber meist ist es anders.

Felicitas wünscht sich, sich in Nichts auflösen zu können. Die Gedanken dazu könnt Ihr im achten Kapitel, das den Titel in der Zwischenzeit trägt, lesen. Sie lebt extrem. Und sie ist extrem. Da sie die Extreme in gewisser Weise aber ausgezeichnet ausgleichen kann, schafft sie häufig eine absurde Normalität. So rasten ihre Verwandten nicht so oft aus, wie man annehmen würde.

Dass Felicitas überlebt, ist ihrer Geduld und ihrem Eigensinn zuzuschreiben. Denn mit diesen Eigenschaften ist sie in der Lage ihre spirituellen und alltäglichen Fähigkeiten miteinander so gut wie möglich zu verbinden. „Wer Ordnung will, muss selbst Ordnung halten.“

Die Zeit ist ein vielfältiger Aspekt. Es gelingt Felicitas viel aber nicht alles zu erledigen, was zu erledigen ist. Was passiert, wenn Felicitas sich tatsächlich an alles erinnert, was Ende Juli 1990 passiert ist? Wie geht es mit dem blauen Fleck an der Kirchendecke von St. Marien weiter? Das sind nur zwei Fragen, die noch offen sind und in den weiteren Bänden des Felicitasprojekts erledigt werden müssen.

Übrigens kann Felicias verwöhnte Jungs überhaupt nicht ausstehen. Altersgemäß interessiert sie sich für Jungen und Männern nur, wenn sie sich im sportlichen oder geistigen Wettkampf messen kann. 😉 Aber bezogen auf das andere Geschlecht empfindet sie ihrer Natur gemäß auch große Zuneigung. Die Freundschaft zu Willem, die Liebe zu ihrem verstorbenen Großvater bewahren sie wohl auch davor, einen ausgewachsenen Männerhass zu entwickeln. Männer sind eben auch nur Menschen! 😉

Wir haben übrigens schon über viele Sachen, die im Buch noch nicht erledigt sind, gesprochen. Aber es ist noch nicht alles geklärt. Mindestens zwei Bände gibt es ja noch! Hier könnt Ihr Felicitas’ Art auf Euch wirken lassen und an dem, was in ihrem Leben passiert, woran sie sich abarbeitet, teilhaben: https://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_noss?__mk_de_DE=ÅMÅŽÕÑ&url=search-alias=digital-text&field-keywords=Felicitas,+Paula+Grimm.

Liebe Grüße

Paula Grimm
P. S.: In Baden sagt man: „Es gibt badische und unsymbadische!“ Und ich sage: „Felicitas ist eine badische, obwohl oder gerade weil sie vom Niederrhein stammt!“

Autor: PaulaGrimm2412

Dieses Blogprojekt wird von Paula Grimm geführt. Paula Grimm ist ein Pseudonym, das seit Februar 2011 in Gedenken an Gertrud Maria Paula geb. Grimm, die meine Mutter war, verwendet. Meine Kontaktdaten findet Ihr auf den Impressumsseiten der Blogs.

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